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05.07.2008

Yael Naim

„New Soul“

Das Leben wäre so einfach...

von Emmanuel Fleckenstein

Manchmal schreibt das Leben die eindrucksvollsten Geschichten. Yael Naim wurde als Tochter tunesisch-jüdischer Eltern in Frankreich geboren, lebte ab ihrem vierten Lebensjahr in Israel. Mit 18 trat sie in Jazz-Clubs auf. Während des Wehrdienstes in der israelischen Armee (in Israel haben auch Frauen zweijährigen Wehrdienst), war sie Solistin im Orchester der Luftwaffe. Danach tourte sie als Musikerin mit der Band The Anti Collision durchs Land und als sie im Jahr 2000 an einem Wohltätigkeitskonzert in Paris teilnahm, wurde sie von der Plattenfirma EMI entdeckt und unter Vertrag genommen.

Zum Weltstar wurde sie durch ihren Song „New Soul“, denn Apple verwendete diesen für ihren neuen Werbespot, was sozusagen ein Lotto-Sechser für die Sängerin war. So kann sie fröhlich unbeschwert ihr „Lalala“ trällern.

Doch hört man näher hin, ist der Song inhaltlich aber gar nicht so unbeschwert. Die Textzeilen sind kurz, dafür aber pointiert aussagestark. Hier spürt man die Gedanken eines Menschen, der in einem Land von undurchschaubaren Konflikten geprägt ist. Wie viel einfacher würde die Welt sein, wenn man nicht alles so ernst nehmen würde...

Eine „verrückte Welt“ in die man geboren wird. Yael singt: „I'm a new soul I came to this strange world hoping I could learn a bit about how to give and take.“ Dabei würde man nur gern ein bisschen leben wollen, lernen zu nehmen und zu geben. Ein wenig Liebe bekommen und Liebe geben.

Und auf diesem Weg sind Fehler durchaus erlaubt. Wir suchen, probieren und versuchen die Wahrheit hinter den Dingen zu entdecken – „learn a bit about what is true and fake“. Dabei ist eben niemand von Anfang an schon perfekt. Aber warum gibt es diesen Hass? „Why all this hate?” – Eine ernste Frage, die uns Yael stellt. Warum gestehen wir dem anderen oft so wenig zu, dass auch er Fehler machen darf?

„Try to communicate” – Yael versucht es besser zu machen, indem sie darüber redet. Vielleicht auch ein Aufruf an ihre von Unruhen geplagte Heimat, wo so oft kein Gespräch mehr möglich zu sein scheint. Ehrlich sein, miteinander reden. Es sind so einfache Dinge. Wie schwer ist das aber dann, wenn es drauf ankommt. Auch bei uns, in unserem Leben.

Wenn man, wie Yael, entdecken könnte, dass man selbst auch Fehler macht, dann ist das mal ein guter Start. Ein erster Schritt zum Vertrauen und zur Liebe, die ja nicht leicht zu finden sind – „Finding trust and love is not always easy to make“.

Yael ist trotzdem für ein „Happy End“. Wir als Christen auch. Denn, um mit Yaels Worten zu sprechen, vertrauen wir, dass jemand da ist, der uns an der Hand nimmt und uns innerlich weit fortführt, sodass wir aus der Distanz einen klareren Blick auf die Dinge bekommen – „give me your hand I'll take your far away“. Wenn unser Herz die Geborgenheit und den Trost nicht in dieser Welt sucht, dann wird es möglich, - gewissermaßen über den Dingen zu stehen und fröhlich zu sein, auch wenn rundherum so viele Fehler passieren... Haben wir nicht dazu auch eine „neue Seele“ bekommen? – „La-la-la-la-la-la-la-la...“


“New Soul"

I'm a new soul I came to this strange world hoping I could learn a bit about how to give and take.
But since I came here
felt the joy and the fear
finding myself making every possible mistake

la-la-la-la-la-la-la-la...

I'm a young soul in this very strange world hoping I could learn a bit about what is true and fake.
But why all this hate?
Try to communicate.
Finding trust and love is not always easy to make.

la-la-la-la-la-la-la-la...

This is a happy end cause' you don't understand everything you have done why's everything so wrong.
This is a happy end come and give me your hand I'll take your far away.

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