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08.11.2008

Julia, 17 Jahre

"Für Gott muss sich jeder selbst eintscheiden"

Wie auch immer man zu seinem Glauben gekommen ist und ihn im Alltag lebt: Ohne bewusste Entscheidung für ihn geht es nicht.

Auch wenn ich durch meine Familie den Glauben mitbekommen habe, bin ich überzeugt, dass die Erziehung allein nicht genügt. Es muss sich trotzdem jeder selbst für Gott entscheiden und so gab es auch Zeiten in meinem Leben, wo es nicht so einfach war, den Glauben aktiv zu leben. Dann durfte ich erfahren, dass andere Menschen oder Gott selbst mich wieder ganz nah zu ihm führten.

Das Wichtige ist, dass wir auch ohne großartige Wunder Gott treu bleiben bzw. die alltäglichen Wunder für uns zu erkennen und Gott dafür zu danken. Gerade dann, wenn wir uns denken „Gott, wo bist du? Ich merke nicht, dass du da bist“, müssten wir im täglichen Gebet bleiben und wir werden merken, dass es nicht umsonst war.

Ich habe das Glück, in einer Klasse zu sein, in der ich keine Angst haben muss, meinen Glauben zu bekennen, trotzdem ist es manchmal schwer, sich richtig zu verhalten, wenn sich etwas mit meinen Einstellungen nicht vereinbaren lässt. Ich bin dann richtig verzweifelt, weil ich meinen Klassenkameraden so wenig erklären kann, dass gewisse Sachen falsch sind, oder weil ich mich dann wieder selbst mit reinziehen lasse. Deswegen ist es für mich wichtig, in einer Gebetsgruppe zu sein, in der man Halt findet und immer neu auftanken kann.

Wenn ich Menschen begegne, die sich wegen meines Glaubens über mich lustig machen, sehe ich das als Chance, stärker zu werden. Ich weiß, dass ich mit Gott an meiner Seite stärker bin und es gibt mir Kraft, meinen Glauben überzeugt zu leben und eine Persönlichkeit zu sein.

Was ich für mich selbst auch als großes Hindernis sehe und typisch für die heutige Zeit ist, ist der Stress. Im letzten Schuljahr gab es oft Wochen, in denen ich von einem Termin zum anderen geeilt bin, und am Abend war ich oft so müde, dass ich sofort eingeschlafen bin. In solchen Zeiten ist es besonders schwierig, Zeit zum Beten zu finden. Mir hilft es dann, bewusste „Auszeiten“ für das Gebet zu nehmen (das man zum Beispiel mit einem erholsamen Spaziergang in der Natur verbinden kann), auch wenn ich einen Haufen Hausaufgaben zu erledigen habe. Wenn wir Gott zeigen, dass er unsere Priorität ist, wird er uns nicht im Stich lassen.

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