
Faith
Basix
Sakramente
Gott ist ganz anders als alles, was wir uns vorstellen können: Wir sind zeitlich, Gott ist ewig; wir sind sterblich, Gott ist unsterblich; wir sind endlich, Gott ist unendlich. Zwischen uns und Gott gibt es eine Art „Graben“, hier sind wir, dort ist Gott, dazwischen ist die Kluft mit den Namen „anders“. Wir Christen glauben nun etwas ganz Besonderes: dass Gott selbst diesen Abgrund schließen wollte.
Er hat eine Brücke zu uns gebaut, als er vor 2000 Jahren Mensch geworden ist: Jesus Christus ist der unendliche Gott in Gestalt eines endlichen Menschen, wahrer Gott und wahrer Mensch. Er ist der „Gott mit uns“, der „Immanuel“ (Mt 1,23).
Am Abend seines letzten Lebenstages hält Jesus mit seinen Jüngern die Feier des Paschamahles ab. Er weiß, dass er am Kreuz sterben wird, die Jünger ahnen es noch nicht. Er nimmt bei diesem Mahl das Brot und sagt: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“
Die Juden nahmen zu dieser Feier flaches weißes Weizenbrot, ungesäuert. Dann nimmt er den Kelch mit Wein und sagt: „Das ist der neue Bund in meinem Blut. Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ Jesus nahm dazu sicher Rotwein, sodass es noch deutlicher war: Jesus meint wirklich sein Blut.
Die Jünger verstanden noch nicht. Wenige Stunden später wird Jesus am Kreuz sein Leben hingeben: Verzeihend wird er seinen Geist aushauchen (Mk 15,37; Joh 20,22) und aus seiner offenen Brustwunde werden Blut und Wasser fließen (Joh 19,34).
Doch damit ist nicht alles aus, sondern alles fängt erst an: Jesus steht von den Toten auf, am dritten Tag und erscheint den Jüngern durch 40 Tage hindurch. Diese begreifen erst langsam, dass der Herr auferstanden ist. Und sie begreifen erst langsam, was diese Feier zu bedeuten hatte, dieses „letzte Abendmahl“ vor dem Karfreitag: Es war die erste „Messe“, die erste „Eucharistiefeier“, die „Erstkommunion“ der Apostel.
Seit 2000 Jahren feiern die Apostel – und ihre Nachfolger die Bischöfe und Priester – nun also die Eucharistie, wie Jesus gesagt hat: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“
Im ersten Teil der Messe wird Gott durch sein Wort Gottes gegenwärtig (Lesung, Evangelium, Predigt, Fürbitten), im zweiten Teil wird Jesus im Sakrament der Eucharistie gegenwärtig.
Der Priester spricht bei der Wandlung die Worte Christi in der 1. Person singular: „Das ist mein Leib. Das ist mein Blut!“
Jesus selbst spricht also durch den Priester und es geschieht ein wirkliches Wunder: Die Hostie wird wirklich zum Leib des lebendigen Herrn, der Wein im Kelch wird wirklich zum Blut des gegenwärtigen Herrn. Darum knien wir, darum lobpreisen wir, darum beten wir an.
Jesus wollte uns die Eucharistie schenken, damit sein Wort in Erfüllung geht: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,20)
Der Leib Christi wird in Gestalt der Hostie nach der Messe im Tabernakel aufbewahrt, Jesus selbst bleibt hier. Ein rotes Öllicht zeigt es an: der ewige Gott ist in dieser Kirche! Das Licht heißt darum „ewiges Licht“, weil es uns erinnert, dass die Ewigkeit in unsere Zeit eingebrochen ist. Der unendliche Gott wohnt an diesem endlichen Ort. Ich kann jederzeit kommen, mit ihm sprechen, ihn anbeten und verherrlichen. Die Anbetung des Herrn ist eine große Quelle der Kraft.
Der unermessliche Gott hat uns aber seine Gegenwart vor allem geschenkt, weil er in unserem Herzen wohnen möchte: Das Ziel seiner Liebe bin ich selbst, er sehnt sich nach der Gemeinschaft (lateinisch: communio) mit mir: „Mit Sehnsucht habe ich mich danach gesehnt… dieses Pascha mit euch zu feiern!“ (Lk 22,15) sagt Jesus vor dem letzten Abendmahl. Habe ich auch Sehnsucht nach der Heiligen Messe?
Die Kommunion ist der Höhepunkt der Messe. Es ist Vereinigung von Jesus mit mir: Gott will in mich hinein, will ein Teil von mir werden.
Wichtig ist, dass ich mit gebeichtetem Herzen zur Kommunion gehe. Und – ich muss wissen, was ich tue, nicht wie ein Kuh schlucken und verdauen und nichts dabei denken! Die Kommunion ist nicht für die Verdauung, sondern für die Seele!
Gott ist ganz anders als ich: Ich bin so schwach und klein, er ist so unendlich erhaben und stark. Bei der heiligen Messe erlebe ich, wie er diesen Abgrund zwischen mir und Ihm überspringt, wie er zu mir kommt. Und plötzlich erfahre ich seine unendliche Liebe mitten in meinem Leben und bin ganz eins mit ihm!
P.Dr. Karl Wallner OCist
Fragen und Antworten:
siehe Mönchline/Sakramente
Linktipp:
Texte bei der hl. Messe (Link zu Gebet_Grundgebete29)
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